Filmtest: Kodak T-Max 100

Korn um Korn [PR Sample*]

Die Schwarz-Weiß-Fotografie und ich, wir haben ein angespanntes Verhältnis. Die Möglichkeit den Kodak T-Max 100 zu testen und davon zu berichten, hat mich ins Grübeln gebracht. Zu meinen absoluten Lieblingsbildern gehören einige schwarz-weiße Aufnahmen. Die Arbeit in der Dunkelkammer hat mir im letzten Jahr wirklich viel Spaß gemacht und ich möchte in diesem Jahr auch gerne wieder einige Zeit dort verbringen. Der Kühlschrank ist voll mit (abgelaufenen) Schwarz-Weiß-Filmen. Warum ist das Verhältnis also angespannt?

schwarz-weiß Bild
Winterzauber

Ganz unterbewusst greife ich viel zu selten zu den entsprechenden Filmen. Das hat, so meine ich, mehrere Beweggründe. Zum einen empfinde ich die Entwicklung von Schwarz-Weiß-Filmen als aufwändiger, insbesondere zeitintensiver, als die Farbfilmentwicklung. Jeder Film hat unterschiedliche Entwicklungszeiten und benötigt einen besonderen Entwickler für die tollsten Ergebnisse. Zum zweiten mag ich bunte Bilder. Ich denke immer an knallige Frühlings- und Sommerbilder und vergesse dabei, wie sehr ich schwarz-weiße Fotos schätze. Ich vernachlässige über die daher oft verwendeten Diafilme auch viel zu oft normale Farbfilme, so ist das nicht. Aber eigentlich mag ich Schwarz-Weiß-Bilder. Sehr sogar. Es wird also Zeit, dass ich mich intensiver mit ihnen beschäftige.

Details II

Qual der Filmwahl

Mein Filmvorrat besteht zu großen Teilen aus abgelaufenen Filmen, sowohl Dia-, Farb- und Schwarz-Weiß-Filmen. Irgendwann habe ich für mich entdeckt, dass ich besonders den Ilford FP4+ und den Ilford HP5 mag. Für mich ist Fotografie Bauchgefühl. Daher sind meine Bilder oft nicht korrekt belichtet, Ergebnisse für mich nicht reproduzierbar – es ist auch nicht mein Ziel. Ich mag scheinbare Fehler. Meine Art zu fotografieren hat sich in den letzten 5 Jahren verändert. Ich würde sogar sagen sie hat sich erweitert und entwickelt. Angefangen mit der Lomography La Sardina, Diana, Holga etc. sind inzwischen zum Beispiel die Hasselblad und die Nikon F90 bei mir eingezogen.

Ich habe, abhängig von der finanziellen Situation, angefangen auch frische Filme zu kaufen, u.a. Ilford, Kodak Portra und Mittelformat T-Max, denn ich habe oft mit Leuten gesprochen, die  begeistert vom T-Max 100 sind. Ich habe mich also gefreut, als Kodak mir  im letzten Jahr ein paar Filme zum Testen geschickt hat, so konnte ich den frischen T-Max 100 im Kleinbildformat testen. Alle Bilder in diesem Artikel stammen von einem Film den ich mit meiner neuen gebrauchten Nikon F90 gemacht habe.

Kodak T-Max 100
Parkplatz.

Tell me more – wie hat mir der Film gefallen?

Wenn ich einen Film benutze oder teste, geht es ganz individuell um die Frage, was für mich wichtig ist, was mir beim Ergebnis oder in der Verarbeitung gefällt. Kodak wirbt mit dem feinsten Korn und was soll ich sagen – was für ein feines Korn dieser Film hat! Gerade im Vergleich zu meinen letzten Bildern mit abgelaufenem Ilford HP5 und entsprechend grobem Korn fällt mir der Unterschied der beiden Filme auf. In der Regel vergleiche ich keine Filme miteinander. Entweder mir gefallen die Ergebnisse oder nicht. Im letzten Jahr war ich zum ersten Mal in der Dunkelkammer und da ist mir das grobe Korn zum ersten Mal so richtig bewusst geworden. Vergrößerungen verschiedener Filme nebeneinander wirken anders, als einzelne Fotos am Bildschirm. Um den Film mit dem richtigen Entwickler zu entwickeln und so seine Merkmale voll auszuschöpfen, habe ich mir extra noch den Kodak T-Max Entwickler zugelegt. Ich denke es hat sich gelohnt. In Zukunft kriegt hier also fast jeder Schwarz-Weiß-Film seinen eigenen Entwickler…

Ich wollte nicht nur den T-Max 100 testen, ich wollte auch mein Petzval in diesem Jahr viel mehr ausführen, richtig testen und einfach benutzen. Daher bin ich nur mit meiner neuen gebrauchten Nikon F90 und dem Petzval losgezogen. Ich wollte herausfinden wie dieser Film mit dem Objektiv funktioniert und bei möglichst offener Blende testen. Manche Bilder sind daher vielleicht weniger scharf, als sie sein könnten bzw. als ich sie mir zunächst gewünscht hätte. Aber im Ergebnis bin ich zufrieden. Die Unschärfen passen zu meinem Stil, das feine Korn des T-Max ist stimmig. Und ich habe wieder gelernt, was für mich als Bild nicht funktioniert.

Fazit und Verlosung

Ich mag den Kodak T-Max 100. Ich mochte ihn auch vorher schon, in abgelaufen und anderem Entwickler entwickelt. Aber die Ergebnisse des frischen Films haben mir wirklich sehr gut gefallen. Ich freue mich darauf von diesen Negativen Vergrößerungen in der Dunkelkammer zu machen. Und den zweiten T-Max, der mir geschickt wurde, würde ich gerne vor allem für Porträts und Detailaufnahmen verwenden. Und mit einem anderen Objektiv.

Babykater 2018

Bei Kodak Alaris findet ihr eine Übersicht aller momentan verfügbaren Filme von Kodak. Ich bin froh, dass einige Firmen noch frische Filme herstellen und hoffe, dass dies noch lange so bleibt und wieder zunimmt. Der Kodak T-Max 100 ist aus meiner Sicht ein wirklich schöner Schwarz-Weiß-Film und ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich die Filme testen durfte und möchte die Freude mit euch teilen. Unter allen Kommentaren verlose ich einen 10×15 Fine Art Druck des ersten Bildes aus dem Artikel. Schreibt mir dazu einfach, welches euer liebster Schwarz-Weiß-Film ist und wieso. Ich bin sehr gespannt, welche Filme ich bald testen muss. Ihr könnt  bis zum 15. April 2018 kommentieren und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Alle Beiträge mit Lieblingsfilm kommen in den Lostopf und der Zufall entscheidet. Hinterlasst bitte eure E-Mail Adresse im Formular.

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Kodak T-Max 100

*Kodak hat mir einige Filme zum Testen zur Verfügung gestellt. Den Filmentwickler habe ich mir selbst gekauft und meine Meinung zum Film ist davon nicht beeinflusst.

2 Kommentare zu „Filmtest: Kodak T-Max 100

  1. Interessanter Artikel über einen Film den ich schon lange mal ausprobieren möchte. Ich habe hier in meiner Filmbox 3 T-Max400 liegen die auf einen Test warten.
    Bisher verwende ich für S/W Aufnahmen den Fomapan 100 classic im 120er und 135er Format. Eigentlich bin ich auf den Fomapan aus rein ökonomischen Gründen gekommen. Er war im Vergleich zu anderen Filmen günstiger und irgendwie habe ich mich inzwischen so an den Film gewöhnt, dass ich gar nicht das Bedürfnis verspüre etwas zu ändern. Der Ruf des T-Max ist aber auch zu mir durchgedrungen und sicher werde ich ihn auch nutzen und lieben lernen.
    Den Fomapan entwickel ich auch selber in Rodinal. Der Workflow ist dabei inzwischen so eingeübt, dass ich an sich immer gute Ergebnisse erziele.
    Ich würde mich sehr über einen Fineprintabzug von einem Deiner Bilder freuen.
    Vielen Dank für den Artikel.

    1. Vielen Dank für deine tolle und ausführliche Rückmeldung! Fomapan habe ich tatsächlich noch nie getestet und jetzt landet er auf jeden Fall mal auf der Liste und wird bei Gelegenheit gestellt!

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